Schweidnitz

Świdnica, Svídnice

50° 51' N   -   16° 29' O

schweidnitz.pdf (unten digitalisiert)
Schweidnitz-1934.pdf
Schweidnitz_1941.pdf

Schweidnitz, (tschechisch Svídnice) ist eine deutsche Stadt in Schlesien. Sie liegt rund 50 Kilometer südwestlich von Breslau in einem fruchtbaren Tal zwischen dem Zobten- und dem Eulengebirge an der Weistritz. Świdnica ist ehemaliger Hauptort des Herzogtums Schweidnitz-Jauer, beheimatet die seit 2001 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehörende Friedenskirche und ist seit 2004 Sitz einer katholischen Diözese.


Evangelische Friedenskirche Schweidnitz, Profilansicht von Süden, Radierung, vor 1735
Aus: Schweidnitz im Wandel der Zeiten, Würzburg 1990, S. 70
 

Die erste sichere urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1249 aus einem Dokument einer Stiftung für eine Kirche des Franziskanerordens; nicht ganz sicher ist die Erwähnung in einer Urkunde von 1243. Die älteste Urkunde, in der Schweidnitz als Stadt bezeichnet wurde, stammt aus dem Jahre 1267. Sie war von 1291 bis 1392 Residenz des Herzogtums Schweidnitz-Jauer, regiert von einer Nebenlinie der schlesischen Piasten. Durch die Heirat der Erbnichte Bolkos II. († 1368), des letzten Schweidnitzer Piasten, Anna von Schweidnitz-Jauer mit Karl IV. aus dem Hause Luxemburg, fiel die Stadt mit dem Herzogtum endgültig 1392 (Tod von Bolkos Witwe Agnes) an die Krone Böhmens. Dort verblieb sie auch als Erbfürstentum, als nach dem Tode Ludwigs II. bei Mohács 1526 die Habsburger die böhmische Krone erbten, bis zum Übergang an Preußen 1741/63. Wohlstand und Bedeutung des Gemeinwesens wuchsen rasch, und Schweidnitz wurde zur wichtigsten Stadt Schlesiens nach Breslau. Diese Stellung beendete der Dreißigjährige Krieg mit seinen schrecklichen Folgen.

Sie wurde 1632 von den Schweden unter Torstensson und 1741 von den Preußen erobert, 1757 von den Österreichern unter Nádasdy wieder genommen. Im folgenden Jahr von den Preußen zwar zurückerobert, fiel die Stadt 1761 durch Handstreich den Österreichern abermals in die Hände. Von den Preußen 1762 nach hartnäckiger Verteidigung wiedererobert, blieb sie in deren Gewalt und wurde durch vier detachierte Forts bedeutend verstärkt. 1807 bemächtigten sich ihrer die Franzosen, welche die Außenwerke schleiften. Nach Napoleons I. Sturz den Preußen wieder übergeben, wurde sie 1816 wiederhergestellt, später aber entfestigt.

Die Friedenskirche

Die Friedenskirche

Durch die Industrialisierung der Stadt, die 1844 nach der Eröffnung der Eisenbahnlinie nach Breslau begann, wurde Schweidnitz zur zweitreichsten Stadt Schlesiens nach Breslau. Die ehemaligen Festungswerke sind seit 1868 abgetragen und in die Stadt umschließende Grünanlagen umgewandelt. Die Stadt Schweidnitz bildete seit dem 1. April 1899 einen eigenen Stadtkreis, blieb aber weiterhin Sitz des Landrates für den Landkreis Schweidnitz. Zum 1. Oktober 1938 wurde das Stadtgebiet durch Eingliederung von Teilen der Gemeinden Kroischwitz, Nieder-Bögendorf und Schönbrunn aus dem Landkreis Schweidnitz vergrößert. 1945 kam die im Zweiten Weltkrieg kaum zerstörte Stadt unter polnische Verwaltung, die deutschen Bewohner wurden zum größten Teil vertrieben.

Schweidnitz hatte vor 1945 zwei evangelische und zwei katholische Kirchen, ein altes Rathaus und 23.669 Einwohner (1885), darunter 8.852 Katholiken und 358 Juden. 1939 zählte sie (einschließlich der Garnison) ca. 39.000 Einwohner.

Die katholische Pfarrkirche St. Stanislaus und Wenzel

Die katholische Pfarrkirche St. Stanislaus und Wenzel

Die evangelische Friedenskirche „Zur heiligen Dreifaltigkeit“ (pl. Kościół Pokoju pw. Świętej Trójcy) in Świdnica gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Schlesien. Sie befindet sich seit dem Jahr 2001 auf der Weltkulturerbe-Liste der UNESCO und gilt als die größte Holzkirche in Europa.

Am 25. März 2004 wurde Świdnica Sitz eines eigenen Bistums, das dem Erzbistum Breslau als Suffragan untergeordnet ist. Die Stadtpfarrkirche des heiligen Wenzel wurde somit zur Kathedrale.

Wappen

Bis zum Jahre 1492 besaß Schweidnitz zwei Stadtwappen. Den roten Greif kennt man seit 1284. Er war ein altes Stadtsiegelbild. Und das etwas jüngere, seit 1335 auf Schöffensiegeln bekannte, schwarze Eberschwein. Es spielt auf den Ortsnamen an. Beide galten als gleichberechtigt. Am 29. November 1492 gestattete König Vladislav II. von Böhmen der Stadt Schweidnitz, auf deren Begehren, eine Krone hinzuzufügen. Die Schweidnitzer vereinigten beide Wappen mit der Krone zum heute bekannten Stadtwappen.

Wirtschaft

Schweidnitz war schon im 19. Jahrhundert eine bedeutende Industriestadt. Hier hatte auch die damals weithin bekannte Orgelbaufirma Schlag und Söhne ihren Sitz, die u. a. 1888 die Orgel der alten Berliner Philharmonie baute. Heute ist vor allem die elektrotechnische Industrie vorherrschend (Messgeräte, Stromzähler). Daneben gibt es Betriebe für Gerüst- und Steigtechnik, Möbelherstellung, Lederverarbeitung, Druck- und Textilindustrie. Nach 1990 haben auch ausländische Investoren Zulieferbetriebe für die Automobilindustrie in Schweidnitz gegründet (Autoelektrik, Bezugsstoffe).

Die restaurierte Altstadt

Die restaurierte Altstadt

Söhne und Töchter der Stadt

  • Hieronymus Treutler (1565–1607), Jurist

  • Krünitz, Maria

  • Matuschka, Michael Graf von

  • Johann Gottlieb Janitsch (1708–ca. 1763), deutscher Komponist

  • Georg Beer (1865-1946), Theologe und Hochschullehrer der Deutschen Christen

  • Ferdinand Friedensburg (1886–1972), deutscher Politiker

  • Peter Adolf Thiessen (1899–1990), Chemiker

  • Klaus Thiessen, Physiker, Sohn von Peter Adolf

  • Heinz Starke (1911–2001), deutscher Politiker Bundesfinanzminister

  • Armin Müller (1928–2005) deutscher Schriftsteller und Maler des siebenten Tages. 2004 (wenige Monate vor
    seinem Tode) zum Ehrenbürger der Stadt Świdnica ernannt.

  • Gunther Gebel-Williams (1934–2001), Tiertrainer

  • Manfred Kanther (* 1939), deutscher Politiker

  • Hans-Jürgen Otto (* 1935), deutscher Forstwissenschaftler und Forstbeamter

  • Erwin Peterek, Gründer der Schweidnitzer Theatergruppe „Neues Deutschland/Nowe Niemcy“

  • Georg Gärtner (*1920), deutscher Soldat, war 40 Jahre auf der Flucht vor dem FBI.

  • Manfred Freiherr von Richthofen, bekannt als Der Rote Baron oder „Der rote Kampfflieger“ (geb. in Breslau, im Alter von 9 Jahren zog er jedoch mit seiner Familie nach Schweidnitz)

  • Benjamin Schmolck, Kirchenliederdichter, ab 1702 Diakon und von 1714 bis zu seinem Tod 1737 Oberhofprediger
    in Schweidnitz

  • Emil Krebs, Legationsrat, geb. 15. November 1867 in Freiburg/Krs. Schweidnitz. Berühmt als „Sprachwunder“.

  • Kauffmann, Salomon

  • Paul von Kulmiz (1836-1895), deutscher Großindustrieller und Politiker

  • Maria Cunitz (Cunitia), Tochter des Schweidnitzer Arztes Dr. Heinrich Kunitz († Liegnitz 1629). Markt 8. Berühmteste Astronomin des Barock. * 1604(?) Wohlau, † 1664 Pitschen. Hauptwerk: URANIA PROPITIA.

  • Schweidnitz, Anna von, Königin von Böhmen, deutsche Königin und Kaiserin des Heiligen Römischen Reichs.

  • Dietrich, Albert
    Henrici, Johann Josef Karl, Maler

    • Gottfried Hahn (1622-1695), Pastor prim., Friedenskirche, hielt dort 3337 Predigten
    • Sigismund Hahn, Dr. med. et phil., (1664-1742), Leibarzt des polnischen Prinzen Jakob Sobieski, Begründer der Wasserheilkunde in Deutschland
    • Johann Gottfried Hahn, ab 1748 von Hahn, Dr. med., (1694-1753), Magister, erster Dekan des Breslauer Collegii Medici, Mitglied der Kaiserlichen Akademie der Naturforscher in Halle
    • Johann Siegmund Hahn, Dr. med., (1696-1773), Verfasser des Buchs (Originaltitel): "Unterricht von Krafft und Würckung des frischen Wassers in die Leiber der Menschen (…)", das zur Grundlage der Kneipp-Kur wurde
    • George August Kunowski (1757-1838), Pastor Primarius und Superintendent der Friedenskirche von 1796 bis 1838, Ehrenbürger
    • Robert Kretschmer (1818 - 1872), deutscher Maler und Zeichner
    • Paul von Kulmiz (1836-1895), deutscher Großindustrieller und Politiker
    • Norbert Scholl (*1931), deutscher römisch-katholischer Theologe und Autor
      Lebrecht,
      Georg
      Hancke, Kurt, Baudirektor Ffm
      Scholz, Adolf Heinrich Wilhelm von
      Schaffer, Hermann, Stadtpfarre, Kirchenhistorike
    • Sommerbrodt, Julius Heinrich, Arzt
    • Stolzer, Thomas (Stolczer, Scholczer, Stollerus, Stoloer, Stoleer)
       

       

_______________________________________________________________

Schweidnitz-Niederstadt

Schweidnitz. Bahnhof Niederstadt
Schweidnitz. Bahnhof Niederstadt


Schweidnitz. Bahnhof Niederstadt


Schweidnitz. Bahnhof Niederstadt

 

Anna von Schweidnitz,
die einzige Schlesierin mit der Kaiserinnenkrone (1353-1362) /
Gottschalk, Joseph

Gemeinde

Die Landgemeinde Schweidnitz umfasst ein Gebiet von 208 km², auf denen 15.170 Einwohner (2005) leben. Die Stadt Świdnica ist nicht Teil der Landgemeinde, sondern bildete eine eigenständige Stadtgemeinde. Dazu gehören folgende 33 Schulzenämter:

Bojanice (Ludwigsdorf), Boleścin (Pilzen), Burkatów (Burkersdorf), Bystrzyca Dolna (Nieder Weistritz), Bystrzyca Górna (Ober Weistritz), Gogołów (Goglau), Grodziszcze (Gräditz, bis 1930: Königlich Gräditz), Jagodnik (Grunau-Jakobsdorf), Jakubów (Jakobsdorf), Komorów (Cammerau), Krzczonów (Weiß Kirschdorf), Krzyżowa (Kreisau), Lubachów (Breitenhain), Lutomia Dolna (Nieder Leutmannsdorf), Lutomia Górna (Ober Leutmannsdorf), Makowice (Schwengfeld), Miłochów (Nieder Giersdorf), Modliszów (Hohgiersdorf), Mokrzeszów (Kunzendorf), Niegoszów (Nitschendorf), Opoczka (Esdorf), Panków (Penkendorf), Pogorzała (Seifersdorf), Pszenno (Weizenrodau), Słotwina (Schönbrunn), Stachowice (Groß Friedrichsfelde), Sulisławice (Zülzendorf), Wieruszów (Wierischau), Wilków (Wilkau), Wiśniowa (Roth Kirschdorf), Witoszów Dolny (Nieder Bögendorf), Witoszów Górny (Ober Bögendorf) und Zawiszów (Säbischdorf).

Literatur

  • Friedrich Julius Schmidt: Geschichte der Stadt Schweidnitz, Schweidnitz 1846–1848 (2 Bände)

  • Heinrich Schubert: Bilder aus der Geschichte der Stadt Schweidnitz, Schweidnitz 1911

  • Wilhelm Schirrmann: Chronik der Stadt Schweidnitz, Schweidnitz ca. 1908

  • Hermann Hoffmann: Die Jesuiten in Schweidnitz, Schweidnitz 1930

  • Theo Johannes Mann: Geschichte der Stadt Schweidnitz – Ein Gang durch 700 Jahre deutscher Kultur in Schlesien, Reutlingen 1985

  • Werner Bein / Dr. Ulrich Schmilewski (Hg.): Schweidnitz im Wandel der Zeiten, Würzburg 1990

  • Horst Adler: Schweidnitz in alten Ansichten, Zaltbommel 1990f.

  • Erwin Peterek: Die Roten Stiefel, 1996


 

Das Rathaus zu Schweidnitz
Das Rathaus zu Schweidnitz

 


 


Weitere Persönlichkeiten
Maria Cunitz (Cunitia), Tochter des Schweidnitzer Arztes Dr. Heinrich Kunitz (+ Liegnitz 1629). Markt 8. Berühmteste Astronomin des Barock. * 1604 (?)Wohlau, + 1664 Pitschen. Hauptwerk: URANIA PROPITIA.
Benjamin Schmolck, Kirchenliederdichter, ab 1702 Diakon und von 1714 bis zu seinem Tod 1737 Oberhofprediger in Schweidnitz
__________________________________________________________________

Anna von Schweidnitz  war Königin von Böhmen, deutsche Königin und Kaiserin des Heiligen Römischen Reichs.

Anna war die Tochter des Herzogs Heinrich II. von Schweidnitz und seiner Frau, der ungarischen Prinzessin Katharina. Ihr Vater starb, als sie vier Jahre alt war. Vormund wurde ihr kinderloser Onkel Bolko II., Herzog von Schweidnitz-Jauer, das Anna erben sollte. Die Halbwaise hielt sich mit ihrer Mutter am Hof ihres Onkels in Ofen und Visegrád auf und wurde dort erzogen. Im Alter von 11 Jahren war sie dem damals elfmonatigen Wenzel, Sohn und Thronfolger Kaiser Karls IV., zur Ehe versprochen worden. Nachdem der Thronfolger und seine Mutter Anna von der Pfalz innerhalb der nächsten zwei Jahre gestorben waren, hielt der nun verwitwete Karl IV. selbst um ihre Hand an.

Die Verhandlungen über die Hochzeit fanden 1353 am Wiener Hof statt. Neben dem siebenunddreißigjährigen Bräutigam Karl und Annas Vormund Bolko II. waren zugegen: Herzog Albrecht II, König Ludwig von Ungarn, Markgraf Ludwig von Brandenburg, Herzog Rudolf von Sachsen, Abgesandte des polnischen Königs Kasimir und ein Gesandter der Republik Venedig.

Die geplante Ehe passte gut zu den Bestrebungen Karls und seines Vaters Johann, die Teilfürstentümer des piastischen Herzogtums Schlesien als Nebenland für das Königreich Böhmen zu gewinnen. Annas Onkel Ludwig von Ungarn förderte diese Verbindung, indem er - als künftiger polnischer König - allen Ansprüchen auf Schweidnitz zugunsten der Luxemburger entsagte.

Nachdem der Prager Erzbischof Ernst von Pardubitz beim Papst Innozenz VI. eine Ehedispens wegen weitläufiger Verwandtschaft erreicht hatte, fand am 27. Mai 1353 in Ofen die Hochzeit statt. Braut Anna war vierzehn Jahre alt.

Am 28. Juli 1353 wurde Anna in Prag durch Erzbischof Ernst von Pardubitz zur Königin von Böhmen und am 9. Februar 1354 in Aachen zur deutschen Königin gekrönt. Bei der Krönung Karls zum Kaiser am 5. April 1355 in der römischen Basilika Sankt Peter erfolgte auch ihre Krönung zur Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches. Sie war damit die erste Königin von Böhmen, die zu einer Kaiserin gesalbt worden war.

1358 gebar Anna eine Tochter, die nach der letzten Przemyslidin Elisabeth genannt wurde. Im Februar 1361 wurde sie Mutter des ersehnten Thronfolgers Wenzel, der in der Reichsstadt Nürnberg geboren und am 11. April in der Sebalduskirche von den Erzbischöfen von Prag, Köln und Mainz getauft wurde. Die Krönung des zweijährigen Wenzel erlebte die Königin allerdings nicht mehr. Im Alter von nur 23 Jahren starb sie am 11. Juli 1362 bei der Geburt eines weiteren Kindes. Ihre Gebeine ruhen in einer Grabstätte im Veitsdom.

Der verwitwete siebenundvierzigjährige Kaiser heiratete ein Jahr später Elisabeth von Pommern. Die Herzogtümer Schweidnitz und Jauer fielen nach Bolkos Tod 1368 an Böhmen.

Darstellungen

In der Kunst blieben viele Darstellungen der Kaiserin und Königin Anna von Schweidnitz erhalten, z. B.:

  • Peter Parler schuf um 1375 nach ihrem Ebenbild auf dem Chortriforium des Prager Veitsdomes eine der Sandsteinbüsten als lebensgroße Halbfigur, mit kräftig modelliertem Gesicht und langem Haar.

  • Miniaturen einer Prachthandschrift, die Annas Sohn Wenzel um 1400 in Auftrag gab, zeigen die Königin mit höfischem Gefolge.

  • Auf einer Wandmalerei der Burg Karlstein halten Karl und Anna ein Reliquienkreuz und auf einem weiteren Fresco werden sie kniend vor einem Madonnenbild dargestellt.

Literatur

  • Anna von Schweidnitz. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Bd. 1, Berlin 1953, S. 299.

  • Andreas Rüther: Anna von Schweidnitz und Jauer. In: Schlesische Lebensbilder, Bd. VIII, ISBN 3-7686-3501-5

  • Peter Moraw: Anna von Schweidnitz und Jauer. In: Lexikon des Mittelalters, Bd. I, München 1980, Sp. 655

  • F. Machilek: Anna von Schweidnitz. In: Schweidnitz im Wandel der Zeiten, Würzburg 1990, S. 317–322

Digitalisiert:
 Schweidnitz
in dm ältesten Zeiten Suidnice oder Suini 1),  geschrieben. Diese Stadt soll um 1070 unter König Boleslaw ll. von Polen gegründet worden seyn doch will man den Ort schon 1003 erwähnt finden genau läßt sichaber ihr Alter und der erste Gründer nicht angeben
Zur Zeit der Tartarnschlacht (1241) war sie noch ein offener Flecken ohne Mauern und sonstig Befestigungen erst 1250 wird derselbe zuerst eine Stadt civitas genannt und 1286 soll diese schon theilweise Residenz Herzog Bolko I. geworben sein indem ihm von seinem Vetter Herzog Heinrich von Breslau die Fürstenthümer Schweidnitz Jauer nebst Löwenberg geschenkt worden, waren.
 Bolko I. ließ 1229 Schweidnitz mit dreifachen Mauern umgeben und diese mit Thürmen versehen welche später noch vermehrt und erweitert wurden.
 Obgleich Bolko von 1278 ab in Löwenberg und als ihm die dortige Burg zu klein wurde von 1290 oder 91 an zu Fürstenstein (Vorstinburg) residirte so hat derselbe doch wahrscheinlich schon vor 1286 auch zu Schweidnitz eine Burg bauen lassen die er nachher ofters bewohnt hat.
 So viel ist gewiß, daß dieselbe zu Ende des 13 Jahrhunderts schon vorhanden war. Bolko dem ersten (+1303) folgte sein ältester Sohn Bernhard (+1326) und diesem sein älterster Sohn Bolto II. welcher 1368 mit Tode abging Von da ab bis 1392 legierte des letzteren Wittwe Agnes nach deren Tode 392 dieser Landestheil an die Krone Böhmen fiel. Alle diese haben die schone fürstliche Burg zu Schweidnitz bewohnt. Unter böhmischer Herrschaft wurden die beiden Fürstenthümer Schweidnitz und Jauer von Landeshauptleuten verwaltet welche ihren

1 Sommelsberg I. 779
Einige wollen diesen Namen von einem heidnischen Fürsten Suidno herleiten der um 755 diese Gegend beherrscht und in jenem Jahre die Burg auf dem Zobten (wenn dort eine solche bereits vorhanden war ?) wiewohl vergeblich belagert haben soll allein die Existenz dieses Fürsten ist gar zu fabelhaft um solche für wahrscheinlich zu halten
2 Von Kastellanen ist nur ein aus dem Jahr 1243 Namens Jara bekannt geworden
Sommersberg III. 32

Wohnsitz stets auf der Schweidnitzer Burg gehabt haben.  Im Jahr 1427 wurde Schweidnitz von den Hussiten vergeblich belagert.  Bei dem am 9 Mai 1528 auf der Koppen und Rittergasse entstandenen Feuer wurde die ganze Oberstadt nebst der Burg welche im nordwestlichen Theile der Stadt stand ein Raub der Flammen.  Die Burg ward hierauf wieder hergestellt 1712 aber kam in derselben nochmals Feuer aus und nicht nur diese sondem auch der Stadt wurden dadurch eingeäschert. Die Burg wurde dann nicht mehr aufgebaut und bei der späteren nach der preußischen Besitznahme Schlesiens erfolgten Erweiterung der Festungswerke sind auch ihre letzten Trümmer vollends verschwunden. Vaterländische Bilder, in einer Geschichte und Beschreibung der alten Burgfesten und Ritterschlösser Preussens Von Karl August Müller

 

 

Deutsch

Polnisch

Einwohner (1939)

Alt Jauernick

Stary Jaworow

436

Alt Striegau

---

---

Arnsdorf

Milikowice

958

Barzdorf

Bartoszowek

507

Borganie, Bergen (ab 1937)

Borzygniew

394

Berghof-Mohnau, Wenig-Mohnau

Maniow

591

Bergthal

Wadolno

---

Birkholz

Gruszow

174

Bögendorf, Ober- u. Nieder-

Witoszow Gorny, Dolny

---

Borganie, Bergen (ab 1937)

Borzygniew

394

Breitenhain

Lubachow

410

Bunzelwitz

Boleslawice

627

Burkersdorf

Burkatow

415

Cammerau

Komorow

406

Domanze

Domanice

656

Eckersdorf

Bozanow

190

Eisdorf

Zelazow

315

Esdorf

Opoczka

585

Fehebeutel

Wiesnica

142

Floriansdorf

Tworzyjanow

489

Frauenhain

Chwalow

319

Freiburg i. Schles.

Swiebodzice

9.309

Tschechen,  Friedrichsrode N. S.
  (ab 1937)

Czechy

659

Fürstenstein, Burg

Ksiaz

---

Goglau

Gogolow

409

Gohlitsch

Golaszyce

165

Gräben

Grabina

1.701

Königlich Gräditz, Gräditz (ab 1930)

Grodziszcze

1.146

Groß Merzdorf

Marcinowice

725

Groß Rosen

Rogoznica

1.855

Groß Wierau

Wiry

470

Grunau b. Striegau

Skarzyce

181

Grunau-Jakobsdorf

Jagodnik

420

Guhlau

Gola Swidnicka

349

Günthersdorf

Godzieszowek

339

Gutschdorf

Goczalkow

1.760

Haidau

Miedzyrzecze

562

Halbendorf

Granica

333

Häslicht

Kostrza

1.558

Poseritz, Hohenposeritz

Posarzysko

300

Hohgiersdorf

Modliszow

453

Hoymsberg

Grochotow

84

Ingramsdorf

Imbramowice

918

Järischau

Jaroszow

1.308

Jauernick

Stare Jaworow, Nowy Jaworow

---

Kallendorf

Kalno

456

Kaltenbrunn

Myslakow

793

Käntchen

Katki

220

Kiefendorf

Sosnow

---

Klein Bielau

Biala

562

Klein Merzdorf

Marcinowiczki

68

Klein Wierau

Wirki

401

Kletschkau

---

---

Klettendorf

Klecin

188

Kohlhöhe

Goczalkow Gorny

441

Königlich Gräditz, Gräditz (ab 1930)

Grodziszcze

1.146

Königszelt

Jaworzyna Slaska

3.866

Konradswaldau

Mrowiny

1.365

Kratzkau

Kraskow

105

Kreisau

Krzyzowa

393

Kroischwitz

Kraszowice, Swidnica-Kraszowice

957

Krotzel

Sady

383

Kunzendorf

Mokrzeszow

1.226

Laasan

Lazany

1.299

Leutmannsdorf

Lutomia

2.922

Ludwigsdorf

Bojanice

568

Muhrau

Morawa

304

Neudorf

Nowice

423

Neu Jauernick

Nowy Jaworow

78

Nieder Bögendorf

Witoszow Dolny

1.400

Nieder Giersdorf

Milochow

280

Nieder Streit u. Ober Streit, Ober Streit u. Nieder Streit, Streit (ab 1937)

Graniczna

---

Nieder Weistritz

Bystrzyca Dolna

524

Niklasdorf

Mikoszowa

305

Nitschendorf

Niegoszow

139

Ober Bögendorf

Witoszow Gorny

484

Nieder Streit u. Ober Streit, Ober Streit u. Nieder Streit, Streit (ab 1937)

Graniczna

---

Ober Weistritz

Bystrzyca Gorna

735

Ölse

Olszany

1.197

Penkendorf

Pankow

378

Peterwitz

Piotrowice Swidnickie

1.159

Pilgramshain

Zolkiewka

690

Pilzen

Bolescin

469

Poseritz, Hohenposeritz

Posarzysko

300

Preilsdorf

Przylegow

374

Puschkau

Pastuchow

966

Qualkau

Chwalkow

671

Raaben

Krukow

359

Rauske

Rusko

727

Rungendorf

Rzedow

 

Saarau

Zarow

3.573

Säbischdorf

Zawiszow

120

Schmellwitz

Smialowice

316

Schönbrunn

Slotwina

1.126

Schönfeld

Siedlimowice

236

Schreibendorf

 

 

Schweidnitz

Swidnica

39.000

Schwenkfeld

Makowice

 

Seiferdau

Zebrzydow

584

Seifersdorf

Pogorzala

306

Stanowitz, Standorf (ab 1937)

Stanowice

1.753

Stanowitz, Standorf (ab 1937)

Stanowice

1.753

Stephanshain

Szczepanow

675

Strehlitz

Strzelce

644

Nieder Streit u. Ober Streit, Ober Streit u. Nieder Streit, Streit (ab 1937)

Graniczna

 

Striegau, Stadt

Strzegom

15.918

Tampadel

Tapadla

349

Tarnau

Tarnawa

98

Teichau

Stawiska

88

Teichenau

Bagieniec

212

Thomaswaldau

Tomkowice

451

Tschechen, Friedrichsrode N. S. (ab 1937)

Czechy

659

Tunkendorf

Tomkowa

227

Ullersdorf

Suchowola, Modlecin

322

Weiß Kirschdorf

Krzczonow

282

Weistritz, Ober- u. Nieder-

Bystrzyca, Gorna, Dolna

 

Weizenrodau

Pszenno

1.357

Berghof-Mohnau, Wenig-Mohnau

Maniow

591

Wickendorf

Witkow

406

Wierischau

Wieruszow

150

Wilkau

Wilkow

445

Würben

Wierzbna

1.047

Zedlitz

Pasieczna

547

Zirlau

Ciernie

2.013

Zülzendorf

Sulislawice

232