|
Opitz von Boberfeld, Martin

* 23.12.1597, Bunzlau
† 20.08.1639, Danzig
(Angesteckt durch einen pestkranken Bettler,
dem
er ein Almosen gegeben hatte.)
Dichter. Schriftsteller, Jurist, Philologe.
Der Vater der deutschen Dichtkunst.
(Deutscher Barockdichter und
Versreformer.)
http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Opitz
Opitz absolvierte ein Jurastudium in Frankfurt/O bis 1618.
In Ff/O gab er bereits eine Sammlung lateinischer Gedichte heraus. Studium
der
schönen Wissenschaften in Heidelberg 1619, Opitz ging dann noch an andere süddeutsche
Universitäten und Lehranstalten und kehrte 1621 nach Schlesien zurück. 1622
ging er als Lehrer der alten Sprachen und der Philosophie ans Gymnasium
Weißenburg in Siebenbürgen. Ab 1623 war er herzoglicher Rat im Teilherzogtum
Liegnitz. 1625 wurde er in Wien zum poeta laureatus gekrönt. Am 14.09.1627
durch Kaiser Ferdinand II. geadelt, erhielt er den Beinamen von Boberfeld.
1626-1632 trat er in Breslau als Sekretär in die Dienste des Burggrafen Karl
Hannibal I. von Dohna. 1634 kurz in Berlin. Als
Begleiter Johann Christians, Herzog von Brieg, begab er sich nach Thorn und
nach Danzig. 1637/38 wurde er vom polnischen König Wladislaw IV. Wasa zum
Königlichen Historiographen ernannt.
Opitz war auch Übersetzer von Dichtungen aus dem Französischen, Holländischen und
Italienischen. Wurde als Dichter bewundert, jedoch lag seine
Bedeutung für die deutsche Literatur mehr auf dem Feld der Literaturtheorie
und der Erhaltung einer deutschsprachigen Poesie in den Wirren des
Dreißigjährigen Krieges, dessen Ende er nicht
mehr erleben konnte. Nach seinem Tode,1690 erschienen in Breslau drei Bände seiner
Werke.
Ehrung (Berlin):
Straßen: Martin-Opitz-Straße, Mitte;
Opitzstraße, Steglitz- Zehlendorf (sie verläuft von Ufer- und
Schönstedtstraße bis Schulstraße). Name ab 16.8.1906.
Werke im Original

Weiteres zum Autor im WWW
Sonnet
XXI.
Francisci
Petrarchae.
|
Ist Liebe lauter nichts / wie daß sie mich entzündet?
Ist sie dann gleichwol was / wem ist ihr Thun bewust?
Ist sie auch gut und recht / wie bringt sie böse Lust?
Ist sie nicht gut / wie daß man Frewd' auß jhr empfindet?
Lieb' ich ohn allen Zwang / wie kan ich schmertzen
tragen?
Muß ich es thun / was hilfft's daß ich solch Trawren führ'?
Heb' ich es ungern an / wer dann befihlt es mir?
Thue ich es aber gern'/ umb was hab' ich zu klagen?
Ich wancke wie das Graß so von den kühlen Winden
Umb Vesperzeit bald hin geneiget wird / bald her:
Ich walle wie ein Schiff das durch das wilde Meer
Von Wellen umbgejagt nicht kan zu Rande finden.
Ich weiß nicht was ich wil / ich wil nicht was ich weiß:
Im Sommer ist mir kalt / im Winter ist mir heiß.
Auf, auf, wer deutsche Freiheit
liebet
Martin Opitz
Auf, auf, wer deutsche Freiheit liebet,
Wer Lust für Gott zu fechten hat;
Der Schein, den mancher von sich giebet
Verbringet keine Rittertat.
Wann Fug und Ursach ist zu brechen,
Wann Feind nicht Freund mehr bleiben kann,
Da muß man nur vom Sehen sprechen,
Da zeigt das Herze seinen Mann.
Laß die von ihren Kräften sagen
Die schwach und bloß von Tugend sind:
Mit Trotzen wird man Bienen jagen,
Ein Sinn von Ehren der gewinnt.
Wie groß und stark der Feind sich mache,
Wie hoch er schwinge Mut und Schwerdt,
So glaube doch die gute Sache
Ist hunderttausend Köpfe wert.
Der muß nicht eben allzeit siegen
Bei dem der Köpfe Menge steht;
Der pfleget mehr den Preis zu bringen
Dem Billigkeit zu Herzen geht,
Und der mit redlichem Gewissen
Für Gott und für das Vaterland
Für Gott der ihn es läßt genießen
Zu fechten geht mit strenger Hand.
So vieler Städte schwache Sinnen,
So vieler Herzen Wankelmut,
Die List, der Abfall, das Beginnen
Sind freilich wohl nicht allzugut:
Doch, Obst das bald von Bäumen gehet,
Das taugt gemeiniglich nicht viel;
Ich denke was im Liede stehet;
Laß fahren was nicht bleiben will.
Was kann der stolze Feind dir rauben;
Dein Hab und Gut bleibt doch allhier;
Geh aber du ihm auf die Hauben,
Und brich ihm seinen Hals dafür.
Auf, auf, ihr Brüder; in Quartieren
Bekriegt man mehrmahls nur den Wein:
Des Feindes Blut im Siege führen,
Dieß wird die beste Beute sein.
|
|