Selde, Josef
Szczes, Josef

 

 

*                  29.07.1887,  Groß Nimsdorf (Cosel)
†                 18.06.1950,  ?

 

 

Maler. Akademischer Zeichenlehrer.

wohnhaft bis 1945 in Hindenburg O.-S., Schlageterstraße 4 (heute: S. Padlewskiego).

Wirkungsorte: Bogunitz (Ratibor), Bunzendorf, Hindenburg OS.
Katholisch, Vater Gasthausbesitzer Josef Szczes
12.09.1907 Seminar zu Leobschütz  1. Lehrerprüfung
29.04.1910 Seminar zu Leobschütz. 2. Lehrerprüfung
  1.10.1911 -   1.07.1913 Akademie f. Kunst und Kunsgewerbe Breslau
15.10.1923 - 26.06.1924.
Militärdienst
4.12.1916 - Eingeogen
30.06.1917 - 8.04.1918 - Westfront
15.11.1918 - entlassen


 

Quelle:
BBF/DIPF/Archiv, Gutachterstelle des
BIL - Personalbögen der Lehrer höherer Schulen Preußens. –
BBF/DIPF/Archiv, Gutachterstelle des BIL - Personalkartei der Lehrer höherer Schulen Preußens  (Zeitcode: 1907-)

 

 

Quelle: http://bbf.dipf.de/kataloge/archivdatenbank/hans.pl?t_acindex=x&index=PER&s1=Selde%2C+Josef


Josef Selde (Szczes). 1939 (Aquarell)


Dorothenstraße (3. Maja)

Oberschlesien im Bild, 23.01.1936

Schlageterstraße.
Im März des Jahres 1938 wurde die ein Jahr zuvor als Schlageterstraße benannte Straße in drei Abschnitte aufgeteilt. Der Abschnitt zwischen der Dorotheenstraße und dem Reitzensteinplatz blieb bei der alten Bezeichnung Schlageterstraße. Der durch den Reitzensteinplatz führende Abschnitt erhielt die Bezeichnung des Platzes, dagegen der Bereich zwischen der Reichsbank und der Florianstraße wurde als Friedenshütter Straße benannt.

Albert Leo Schlageter
* 12.08.1894 in Schönau im Schwarzwald (Baden);
† 26.05.1923 auf der Golzheimer Heide bei Düsseldorf)

 war ein deutscher Freikorpskämpfer, Märtyrerfigur.

Ab Anfang 1920 gehörte Schlageter mit dem Freikorps von Petersdorff zur Marine-Brigade von Loewenfeld, die am Kapp-Putsch in Breslau und bei der blutigen Niederschlagung des linken Märzaufstands im Ruhrgebiet beteiligt war. Schlageter nahm unter anderem an Straßenkämpfen in Bottrop teil. Nach der zwangsweisen Auflösung der Brigade Ende Mai 1920 arbeitete er, wie viele ehemalige Angehörige, als Landarbeiter auf ostdeutschen Ländereien, ehe er Anfang 1921 für die Organisation Heinz, eine Art illegale Geheimpolizei, geleitet von Heinz Oskar Hauenstein (von den Reichsbehörden unterstützt), in Oberschlesien aktiv wurde. Dort soll er unter anderem mit einem Kommando im Februar 1921 Gefangene aus dem Gefängnis der alliierten Kommission in Cosel befreit haben. Nach der Volksabstimmung vom 21. März in Oberschlesien fuhr er in seine Heimat, ehe er anlässlich des Dritten Polnischen Aufstandes im Mai mit dem 2.500 Mann starken Freikorps Hauenstein („Sturmbataillon Heinz“), zurückkehrte und in der zweiten Angriffswelle an dem Sturm auf den Annaberg teilnahm. Nach der durch Frankreich aufgezwungenen Teilung Oberschlesiens im Oktober 1921 ging Schlageter nach Danzig und versuchte sich dort erfolglos vom polnischen Nachrichtendienst anwerben zu lassen, um diesen auszuspionieren. Im Jahr 1922 arbeitete er schließlich in Berlin als Kaufmann einer Import-Exportgesellschaft. Aus dieser Zeit soll der Ausschnitt einer mit Schreibmaschine erstellten Liste stammen, welche die Mitglieder der NSDAP Ortsgruppe Berlin enthalten soll, unter anderem auch Schlageter. Dafür gibt es jedoch keine Belege. Seine Familie verneinte eine Parteizugehörigkeit und die Reichsleitung der NSDAP konnte 1928 keine Dokumente vorweisen.  Tatsächlich hatte Schlageter mit Gerhard Roßbach und Hauenstein im August 1922 mit Adolf Hitler Kontakt aufgenommen, um die Gründung einer norddeutschen Ortsgruppe der NSDAP zu planen; nach Vorbereitungen sollte es dazu im November kommen, was jedoch durch das NSDAP-Verbot in Preußen durch Innenminister Carl Severing verhindert wurde. Stattdessen wurde die Großdeutsche Arbeiterpartei gegründet, zu deren ersten Mitgliedern Schlageter gehörte.

Um die Abfuhr von Kohle nach Frankreich zu behindern, verübte seine Gruppe im März 1923 Sprengstoffanschläge beim Essener Bahnhof Hügel und auf eine Eisenbahnbrücke der Bahnstrecke Düsseldorf–Duisburg bei Kalkum (am 15. März). Am 7.04.1923 wurde Schlageter im Essener Union-Hotel verhaftet, in dem er trotz der Fahndung unter seinem richtigem Namen nächtigte. Die Ladung und Anklageschrift wurden drei Tage vor Prozeßbeginn in Französisch mit einer mangelhaften Übersetzung übergeben, der Pflichtverteidiger Dr. Marx erhielt diese zwei Tage später. Die Verhandlung begann am 8. Mai vor einem französischen Militärgericht. Am 9.05.1923 wurde Schlageter wegen Spionage und Sabotage zum Tode verurteilt. Mitangeklagte wurden mit Zwangsarbeit und Gefängnis bestraft. Eine Revisionsverhandlung am 18. Mai blieb erfolglos und ein Gnadengesuch lehnte Schlageter ab. In einem Brief an August Jürgens, einen Kameraden, schrieb er:

„Ich bin ruhig und gefaßt, wenn es auch schwer fällt, als Verbrecher hingerichtet zu werden, wo man doch nur das Beste gewollt hat. Nun ist das eben Menschenschicksal. Vergesse das Leben und vergebe Anklägern und Richtern. Ich habe beides getan.“

Am Morgen des 26. Mai wurde er auf der Golzheimer Heide bei Düsseldorf durch ein Exekutionskommando hingerichtet und am gleichen Tag auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof beerdigt. Auf Wunsch der Familie Schlageters wurde am 8. Juni der Leichnam exhumiert und unter großer öffentlicher Anteilnahme nach Schönau überführt, wo er in einem Ehrengrab am 10.06.1923 beigesetzt wurde.

 

Altes Haus
Wiederaufgebaut nach einers Skizze des Selde, Josef (Szczes)